Schülerlabor-Angebote
← Alle Angebote

Future Foods

Wie viel Protein steckt in Erbsen, Linsen und Bohnen? Die Klasse stellt eine Verdünnungsreihe her, nimmt mit dem Bradford-Test eine Kalibriergerade auf und bestimmt daraus den Proteingehalt ihrer Probe. Die Experimentieranleitung führt Schritt für Schritt durch den Versuch, mit Videos für jede Arbeitstechnik – sie nimmt die Messwerte gleich mit auf, legt die Kalibriergerade hindurch und erstellt am Ende ein Ergebnisblatt.

Dauer etwa drei Zeitstunden, ab Jahrgangsstufe 9. Benötigt werden Tablets oder Laptops für die Gruppen, ein Photometer und die üblichen Laborgeräte.

Experimentieranleitung ansehen

So läuft eine Durchführung

  1. Kurs anlegen. Sie bekommen einen sechsstelligen Code.
  2. Code an die Tafel schreiben.
  3. Die Gruppen öffnen die Experimentieranleitung – über den QR-Code weiter unten – und tragen den Code gleich auf der Startseite ein.
  4. Experimentieren im eigenen Tempo, am Ende schickt jede Gruppe ihr Ergebnis ab.
  5. Gemeinsam auswerten: Der Vergleich zeigt alle Gruppen Ihrer Klasse nebeneinander – und nur diese.

Vorbereitung

  1. Muster-Gefährdungsbeurteilung prüfen und an Ihre Schule anpassen (unten zum Herunterladen).
  2. Die Anleitung am Vortag einmal auf den Tablets öffnen, solange das WLAN frei ist. Beim ersten Aufruf lädt jedes Gerät rund 15 MB Videos – wenn dreißig Tablets das gleichzeitig zu Stundenbeginn tun, wartet die Klasse. Danach liegen die Videos im Gerät.
  3. Geteilte Tablets zurücksetzen. Die Anleitung merkt sich Messwerte im Browser. Hatte eine andere Klasse das Gerät vorher, steht unten auf der letzten Seite „Von vorn beginnen" – einmal drücken, dann ist es leer.
  4. Kurs anlegen und den Code notieren.

Sicherheit und Gefährdungsbeurteilung

Zwei Tätigkeiten, zwei Beurteilungen

Der Versuch zerfällt sicherheitstechnisch in zwei Teile, die sich deutlich unterscheiden – und die getrennt zu beurteilen sind.

  1. Das Reagenz herstellen. Das ist der kritische Schritt, und er findet in der Vorbereitung statt, nicht in der Stunde: Phosphorsäure 85 % ist ätzend (H314), Ethanol leicht entzündbar (H225). Für diesen Teil liegt unten ein Muster bereit.
  2. Mit der Klasse messen. Hier arbeiten die Gruppen mit dem fertig verdünnten Reagenz und mit Hülsenfruchtextrakten. Deutlich harmloser – aber beurteilt werden muss es trotzdem, und zwar für Ihre Räume und Ihre Lerngruppe.

Woran Sie bei der Durchführung denken sollten

Keine fertige Beurteilung, sondern die Punkte, die bei diesem Versuch erfahrungsgemäß hineingehören:

Woher Sie die Beurteilung bekommen

Das Muster unten ist in DEGINTU entstanden, dem Gefahrstoff-Informations­system der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung für Schulen (Versuchs-Nr. 3139). Dort können Sie es für Ihre Schule nachbauen und anpassen – das System übernimmt die Einstufung der Stoffe und die Schutzmaßnahmen. Maßgeblich bleibt daneben die an Ihrer Schule eingeführte Fassung der RiSU, der Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht.

Unterlagen

Das Muster ersetzt Ihre eigene Gefährdungsbeurteilung nicht. Sie bleibt Sache der Schule. Das Muster nimmt Ihnen die Schreibarbeit ab – ob es zu Ihren Räumen, Geräten, Chemikalien und Lerngruppen passt, prüfen Sie bitte selbst und passen es an. Deshalb trägt es einen Stempel.

Fachlicher Hintergrund: Was der Farbstoff macht

Drei Formen, eine Farbe pro pH-Wert

Coomassie-Brillantblau G-250 ist ein Triphenylmethanfarbstoff mit zwei Sulfonatgruppen. Je nach Protonierung liegt er in drei Formen vor: kationisch und rot (Absorptionsmaximum um 470 nm), neutral und grün (um 650 nm), anionisch und blau (um 595 nm). Im stark sauren Reagenz überwiegt die rote Form – daher die bräunlich-rote Farbe der Flasche.

Die Bindung ans Protein

Trifft der Farbstoff auf Protein, lagert er sich nichtkovalent an, über zwei Arten von Wechselwirkung:

Im gebundenen Zustand ist die blaue anionische Form stabilisiert: Das Protein schirmt den Farbstoff gegen die Protonierung ab, die ihn sonst rot hielte. Die Lösung schlägt nach Blau um, und die Absorption bei 595 nm steigt. Genau dort wird gemessen. Die Bindung ist nach rund zwei Minuten vollständig, der Komplex etwa eine Stunde stabil – deshalb die Wartezeit vor dem Messen, und deshalb sollte eine Messreihe nicht über die Pause hinweg liegen bleiben.

Was das für die Kalibriergerade bedeutet

Das Signal hängt daran, wie viele Arginin- und Aromatenreste ein Protein anbietet – nicht an seiner Masse. Verschiedene Proteine antworten bei gleicher Einwaage deshalb unterschiedlich stark. Eine Gerade, die mit Rinderserumalbumin aufgenommen wurde, liefert folglich kein absolutes Ergebnis, sondern ein BSA-Äquivalent.

Für die Fragestellung der Stunde ist das kein Mangel, sondern genau richtig: Erbse, Linse und Bohne werden an demselben Maßstab gemessen und sind damit untereinander vergleichbar. Als Angabe „Gramm Protein pro 100 g“ ist der Wert dagegen eine Näherung. Das ist ein guter Anlass, mit der Klasse über Bezugsgrößen zu sprechen – und darüber, warum auf Verpackungen eine ganz andere Methode dahintersteckt.

Zwei Dinge, die Messreihen reihenweise ruinieren

Bradford, M. M. (1976). Analytical Biochemistry 72, 248–254. · Compton, S. J., & Jones, C. G. (1985). Analytical Biochemistry 151, 369–374.

Für Ihre Klasse

Kurs anlegen

Ein Kurs ist Ihre Klasse für diese Durchführung. Es wird nichts registriert, was auf Sie oder Ihre Schülerinnen und Schüler zurückweist.

Auswertung öffnen

Sie haben schon einen Kurs? Code eintragen – die Auswertung aktualisiert sich während der Stunde von selbst.

Für die Gruppen

QR-Code zur Experimentieranleitung

Diesen Code an die Wand werfen oder ausdrucken – damit kommen die Gruppen ohne Tippen zur Experimentieranleitung. Wer keine Kamera zur Hand hat, gibt die Adresse ein:

labor.chemiedidaktik.fau.de/futurefoods/

Bitte keine Namen als Gruppenbezeichnung. „Gruppe 3" oder „Tisch am Fenster" ist gut, „Lisa M." nicht. Gespeichert werden nur Gruppenbezeichnung, Hülsenfrucht und Messwert – das soll auch so bleiben.